Das war ein Tag

Das Bergzeitfahren in Grafenbach (NÖ) „war ein Tag“.
Sie war bereits bei der Übersetzungskontrolle durch, noch drei Minuten bis zum Start, klagte Lena „ich kann nicht mehr hinaufschalten“. Nachdem es auch andere versucht hatten, war schnell klar, das Schaltseil war gerissen. Wo reist ein Schaltseil, natürlich beim Nippel. Was hat ein neues Rad?, natürlich innenliegende Seilzüge! Besonders schön und „einfach zu wechseln“. Nach zwanzig Minuten war das Rad wieder einsatzbereit und Lena durfte nachstarten. Ihre Nerven waren allerdings mit dem Schaltseil mit gerissen.

Start der U15 und MädU17. Die Meisten standen bereits an der Startlinie, auch Verena. Ja, sie löste den Fuß aus der Pedale um stehen zu bleiben. Allerdings und das war sehr sehenswert, vor allem für die Anderen, war die Schuhsohle noch auf dem Pedal.
„Fahrer fünf Minuten bis zum Start“, hallte es aus dem Lautsprecher und Veri kam mit traurigen Augen zum Teambus.
Timepedale?, Schuhe?, Schuhgröße? Jakob hat Timeschuhe. Super, wo ist Jakob? Ausrollen hieß es. Veri zum Start. Sie stellte sich ganz hinten an und hoffte, dass Jakob vom Aufwärmen zurückkommt. 30 Sekunden, Jakob war da – von den Betreuern wurde ihm der rechte Schuh vom Fuß gerissen, er wusste allerdings nicht wie ihm geschah. 3-2-1-los ging das Rennen. Veri stand allerdings noch und der Betreuer drückte ihr Jakobs Schuh auf den Fuß. Keiner fragte ob er überhaupt passt. Als „Stockletzte“ mit einigen Metern Rückstand nahm sie das Rennen auf. Trotzdem war ihr Tag mit Platz vier gerettet.

Das war es dann, dachte ich, nein, die U17 hatten ihr Rennen noch bevor. Wie gesagt, dachte ich. Erste Runde – vier Blaue weit vorne – zweite Runde vier Blaue gut positioniert – Wertungsrunde? Ein Blauer Vierter, die Anderen? Nächste Runde – ein Ruf aus dem Fahrerfeld: Bernhard liegt oben in der Kurve. Na sch…,er, der sich so viel vorgenommen hatte,—einen Sturz. Wir, die Betreuer liefen die Strecke entgegen. Drei weitere Runden hatten die Fahrer inzwischen zurückgelegt. Da kam er, auf dem Rad rollte er uns entgegen. Ausgeschaut hat er, als hätte er mit einem Bären ein Duell gehabt. Hose zerrissen, Blut rannte bis zum Knie, Schaltung mit Schaltauge zum Werfen – geplante Cuppunkte dahin.
Der am Tiefpunkt ist, muss auch wieder rauf. Allein aus dem Grund gewann er am Sonntag das Rundstreckenrennen.
Ich als Betreuer, brauchte allerdings am Sonntag einen „Ruhetag“.