Eine tolle Probefahrt

OLYMPUS DIGITAL CAMERAmit dem E-BikeEMR-CONWAY”, zur Verfügung gestellt von SPORT GRUBER

Diese Probefahrt war keine Einfache, sondern eine Spezielle. Ich wollte ein Mal den Unterschied des Kraftaufwandes erfahren, wenn man mit dem E-Bike und nicht mit dem Straßenrennrad auf dem Großglockner fährt. Als Draufgabe und zu einem weiteren Test des E-Bikes fuhr ich auch noch auf den Dobratsch, dem nächsten Etappenziel der Ö.Rundfahrt.
Nach viermaliger Bezwingung des Großglockners mit dem Rennrad (reine Muskelkraft) nimmt die Motivation bei fortgeschrittenen Alter, sich zu Quälen ab. Deshalb war ich dieses Jahr entschlossen, meinen Körper ein wenig zu schonen und den vollen Genuss des Bergfahrens zu erfahren. So war es auch!

Wir waren eine sechsköpfige Fangruppe von Markus Eibegger. Mit einigen Utensilien (Transparent, Kuhglocken, Pfeiferl) bepackt, postierten wir uns auf einer guten Stelle zum Anfeuern. Er sollte seine  Fans von RC-Rapso schon vom Weiten hören. Gehört hat er uns sicher, nur ob er uns gesehen hat, ist eine andere Frage. Gesehen hat er uns dann im Ziel in 2554 Meter Höhe auf der Edelweißspitze.
Markus freute sich, mit seinen Fans ein paar Worte auszutauschen. Er war schon wieder gut drauf, klopfte einige seiner Sprüche von sich, wie immer. Tolle Leistung, die Kraftanstrengung vertrieb nicht seinen Humor!!!!

Markus kannte seine Kraftreserven, da hatte er mir sehr viel voraus. Bei meinem E-Bike sah man zwar immer die “Stricherl” wie weit der Akku aufgeladen ist, aber ich wusste den Verbrauch des E-Bike nicht. Ist es sparsam oder,……

Ich ließ mich von Roman Gruber kurz einschulen, also wie beim Autofahren erzählte er mir – bei Vollgas viel Sprit-Strom, bei gefühlvollem Fahren weniger,.. man kann die Unterstützung auch immer wegschalten. Somit ist die Gefahr des Spruches “Energie ist alle – nur mit Muskelkraft geht es weiter”, nicht so groß.

Ab und zu wurde ich von meinen Begleitern gefragt,” und hast du noch ein Stricherl  auf dem Display übrig”? Na klar, war immer meine Antwort. Nur verriet ich nie, wie viele noch zu sehen waren. Bei der Auffahrt auf dem Großglockner war ich ein wenig vorsichtig. Ich wollte bei flachen Passagen ein wenig sparen, aber da gibt es kaum welche. Somit habe ich mit Walter schon ausgemacht, sollte ich irgendwo stehen, bitte um Radwechsel. Ich will keine Gleichberechtigung beim Bergauffahren. Ich ziehe ein bisserl Unterstützung, Verwöhnen vor. Aber zum Glück kam es nicht dazu.

Von der Mautstation weg, musste ich die “PS” gleich ein Mal testen. Dadurch war ich unfolgsam und zog voran weg. Ich verminderte meine Geschwindigkeit aber etwas später, so dass der Abstand nicht zu groß wurde. Einige Zeit danach überholte mich ein “Bekannter” mit dem Rennrad. Ich zeigte ihm kurz, dass ich mithalten könnte,” riss nicht vom Hinterrad ab” – aber ich war ja folgsam, der Abstand zu den Anderen sollte nicht zu groß werden, also ging ich vom “Gas” weg und ließ mich wieder zurückfallen.

Gutmütigkeit wird meistens bestraft. Ich hörte von meinem Begleiter nur, “ja na, so ein E-Bike ist ja auch nicht so stark!”  Meine Antwort: Ich muss umweltschonend fahren, meine ” Stricherl” dürfen nicht verschwinden”. Beim nächsten Mal weiß ich wie ich die “Stricherl” einteilen muss.

Auf dem  Dobratsch war es anders. Da war ich bis zu einer bestimmten Stelle folgsam. Ich blieb bei der Gruppe. Ein bisserl später bestand diese Gruppe zwar nur mehr aus Fritz  und mir. Nun ja, ich wollte Fritz nicht alleine lassen. Ich plauderte mit ihm, war doch nicht so eintönig, kam mir vor. War vielleicht nur meine Ansicht, denn Fritz sagte, ich könnte ruhig vorfahren. Doch ich wollte diesen Tag auf den Dobratsch folgsam sein.

Schon ziemlich oben war die Straße beim letzten Km mit dem umgefallenen “Km-Bogen” blockiert. Diese Gelegenheit nahm ich wahr und stillte meinen Durst. Ich nahm an, Fritz wollte das Gleiche! Aber was ich annahm war ihm egal. Er schlängelte sich durch das Wirrwarr von Transparent und Bogen und weg war er. Was soll das, dachte ich mir??? Ist doch kein Wettrennen!

Von hinten hörte ich eine Stimme, ist das E-Bike wieder Zweiter???? Nun ja, das war mir zuviel. Ich verstaute meine Flasche und los ging es. Fritz sah ich nicht mehr, aber ich vertraute meinen “Stricherln” und so war es auch. Fritz kam immer näher und näher. Nun hatte ich kein Erbarmen mehr. Beim Überholen fuhr ich mit dem “TURBO”, sodass er keine Chance hatte hinten einzusteigen.
Ich hörte nicht mehr ” so ein E-Bike ist ja auch nicht so stark!”

Mein Resümee – für mein nächstes Geburtstagsgeschenk habe ich schon eine Idee!!!!