Platz vier und sechs für Hannah Gruber-Stadler in Irland

Bericht von Hannah Gruber-Stadler von der sechs Etappen-Rundfahrt Ras na mBan 2018. Irland’s Premier Women’s Bike Race.
Ich konnte im englischen „Team Torelli-Brother-Assure“ die Rundfahrt bestreiten.

1. Etappe, 70km
Bei der 13. Edition der internationalen “Ras na mBan” Rundfahrt in Kilkenny (IRL) gingen 125 Elite-Damen aus19 Nationen an den Start. Sie werden in insgesamt 6 Etappen um Sprint-, Berg-, und Gesamtklassement kämpfen.
Die erste Etappe verliefüber 70km inklusive einer Bergwertung. Die “frisch ausgeruhten” Fahrerinnen fuhren ein äußert waghalsiges Rennen bei dem es keine Ausreißergruppe gab. Im technischen Endspurt landete ich auf dem 25.Platz.

2. Etappe, 75km
Bei kühlen 15°C und Nieselregen, also bei typischen irischen Regenwetter startete die 75km lange Etappe rund um Castlecomer.
Die zwei “Queen of the Mountain” Wertungen führten die Fahrerinnen auf mit Nebel verhangene Anstiege. Die Sicht auf den rasanten Abfahrten war gleich null, was zusammen mit den rutschigen Straßen zu zahlreichen Stürzen führte. Ich hielt mich das ganze Rennen über vorne im Feld und landete im spektakulären Zielsprint über eine schmale Steinbrücke auf dem 6. Platz.

3.Etappe, 112km
Heute stand die sogenannte “Queen Stage” der Irland-Rundfahrt am Programm. Die Rennstrecke führte die verbliebenen 111 Damen-Elite Fahrerinnen auf einem 112km langen Kurs über 3 Bergwertungen. Das Etappenziel, diesmal eine Bergankunft, befand sich auf dem Mount Leinster. Der 10km lange Schlussanstieg spaltete das Feld, dass bis dorthin geschlossen war in zahlreiche Gruppen auf. Ich konnte mein Rennen auf dem 35.Platz beenden.

4.Etappe, 6km Bergzeitfahren
Der heutige Renntag umfasste zwei kurze Halbtappen.
Die Erste, ein Bergzeitfahren führte die Fahrerinnen auf einem nassen und rutschigen Kurs hinauf zu einem Windpark. Insgesamt mussten dabei 217 Höhenmeter überwunden werden. Alle Fahrerinnen waren verpflichtet mit den normalen Rennrädern ohne Aufleger zu fahren. Zeitfahrrad und Aeroanzug hätten auf dieser Strecke ohnehin keinen Zeitvorteil erbracht. Ich erzielte auf dem Zeitfahrkurs eine Zeit von 15:34 und somit den 42 Platz.

5.Etappe, Kriterium
Am Abend um 18:45 startete schließlich die zweite Halbetappe, ein Kriterium rund um das berühmte “Kilkenny Castle”. Gefahren wurde auf Endwertung. Am Start begann es zu regnen und so wurden die 3 Spitzkurven des Kurses einigen der 110 Fahrerinnen zum Verhängnis.
Ich fühlte mich gut, attackierte, in den Kurven immer vorne und war mir sicher, einen Podiumsplatz einzufahren. Bis in der entscheidenden Kurve eine Fahrerin 3 Runden vor Schluss vor mir wegrutschte und ich über sie fiel. Game over! Die Kette war herunten, die Spitze unerreichbar, zumal es in den letzten 5 Runden keine Rundenvergütung mehr gab. Mit überschwappenden Emotionen kämpfte ich mich ins Ziel. Platzierung uninteressant. Ein großes DANKE an meine Teamkollegen, die mich mit tröstenden Händen empfingen.
Habe heute wieder viel Rennerfahrung gemacht.

6.Etappe 9.09., 90km
Heute habe den undankbarsten Platz im Radsport eingefahren: Den Vierten…!
Nach 5 herausfordenden Renntagen erfolge heute die letzte Etappe der Irland-Rundfahrt. Die Rennstrecke 90km rund um Kilkenny beinhaltete eine Bergwertung (max. 21% Steigung), doch aufgrund des starken Windes konnte sich an dieser entscheidenden Stelle keine Spitze bilden. Das Feld blieb bis zum technisch anspruchsvollen Finale in der Stadt Kilkenny zusammen. Ich verteidigte meine gute Position bis zum Schluss und ersprintete auf dem leichten Anstieg zum Ziel den 4. Platz. Um ein paar Zentimeter verpasste ich das Podium, aber ich bin glücklich mit einem tollen Team die Rundfahrt so gut beendet zu haben.